Projektschmiede gGmbH, Dresden


Schmiede. Das klingt nach Arbeit – nach mühevoller, schweißtreibender Arbeit. Doch eine Schmiede erinnert nicht nur an einen Ort der harten Arbeit, sondern auch an einen Ort der Findigkeit und des Erschaffens. Was liegt da näher, als eine Initiative, in der zahlreiche Ideen ausgedacht und verwirklicht werden, Projektschmiede zu nennen?!

Eine Besonderheit der Projektschmiede in Dresden ist, dass sie nicht nur eigene Ideen umsetzt, sondern anderen Initiativen auch ihr Wissen und ihre Werkstatt zur Verfügung stellt. Von der Beratung und dem Management, über die Vermittlung von Kontakten, bis hin zur Bereitstellung von Technik, Fahrzeugen und Räumlichkeiten sind die Möglichkeiten der Unterstützung sehr weit gefächert. Damit trägt die Projektschmiede nicht nur zur Professionalisierung kleinerer Initiativen bei, sondern auch zu einer vielfältigeren Zivilgesellschaft, in der kleinere Initiativen problemlos neben größeren bestehen und von ihnen profitieren können. „Einen Großteil unserer Projekte bewegen wir gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern. Die dadurch entstehenden Synergien und Kompetenzen sind für beide Seiten außerordentlich wichtig“, erklärt Tobias Heinemann, Geschäftsführer der Projektschmiede. Ein unterstütztes Projekt ist beispielsweise die Jugendinitiative „Bass gegen Hass“, die seit drei Jahren Musik- und Sportevents organisiert und abseits von Frontalvorträgen und Belehrungen eine Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus sucht, die auf Spaß machende Erlebnisse setzt und so noch mehr zum Mitmachen animiert.

Neben der Servicetätigkeit für andere Initiativen ist die Projektschmiede aber auch in zahlreichen eigenen Projekten im Kinder- und Jugendbereich, im Bildungsbereich und im Kulturbereich tätig. Ein Beispiel dafür ist das jährlich stattfindende Kinderdorf, das als zweiwöchiges Sommerferienangebot für einige Hundert Kinder konzipiert ist. Diese können dann unter anderem in einem eigenen Parlament selbstbestimmt Institutionen und Regeln entwickeln und auf diese Weise spielerisch Demokratie erlernen. Auch in dem Projekt „Siedler“, geht es um das frühzeitige Erlernen von Eigeninitiative und Teilhabe. Im Rahmen dieses Projektes werden Heranwachsende bei der selbstbestimmten Aneignung und Gestaltung ihrer Umwelt unterstützt – sei es nun in einer kleinen Brache, einem Schulhof, einen Jugendtreff oder gar einem ganzen Stadtteil. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Mit Blick auf die vielen unterschiedlichen Projekte zur Stärkung der demokratischen Kultur, die die Projektschmiede betreut, resümiert Heinemann: „Niemandem wird Demokratie in die Wiege gelegt, sie ist nicht erblich und es ist noch kein Mensch als Demokrat vom Himmel gefallen. Alltagsdemokratie zu entwickeln und zu fördern ist darum eine der vordringlichsten Aufgaben.“

Sebastian Krumbiegel, Sänger und Musiker, Mitglied der Jury 2009